Sternenflug*

Helau oder Alaaf – oder wie auch immer

Karneval – alle sind voller guter Stimmung, alle sind verkleidet, alle feiern, alle sind betrunken. Naja fast alle.

Ich gehöre wohl zu denjenigen bei denen all das nicht zu trifft. Obwohl ich bei so einem Fest bestimmt auch meine Freude haben könnte, feiere ich es nie mit. Naja bisher musste ich auch eigentlich immer arbeiten an diesem Tag. Wie auch immer – gestern habe ich mir mal den Karnevalszug hier im Stadtteil angesehen. Man muss sich ja auch mal ansehen was hier in der Kleinstadt los ist. Ich war ehrlich überrascht. Die Leute sind wirklich gut drauf gewesen und das obwohl es noch nicht einmal der „richtige“ Rosenmontagszug war. Aber für einige Zeit war ich selbst Teil der Bonbon-fangenden-Meute und es hat irgendwie Spaß gemacht. Vor allem weil die Kostüme so schön waren und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnten. So ging der Sonntag entspannt zu ende.

Rosenmontag begann heute mit kalten Wasser. Brrrr… eine wirklich gemeine Angelegenheit vor allem wenn man sich so duschen muss. Aber jetzt geht es wieder – bessere Aussichten für morgen früh. Ansonsten lebe ich so von einem in den anderen Tag und es deprimiert mich immer mehr. Abends ist es am schlimmsten. So wie jetzt. Wenn man selbst zur Ruhe kommt und Zeit hat über sovieles nachzudenken. Das ist Gift für mich. Ich versuche es zu verdrängen. Also gleich Musik auf die Ohren und so schnell wie möglich einschlafen. Aber wen würde sowas nicht zermürben? Niemand der mal anruft und fragt wie es so geht…und hier in der Stadt kenne ich ja auch noch niemanden. Gar nicht so einfach woanders nochmal ganz von vorne anzufangen und Kontakte zu knüpfen. Es mag Menschen geben denen fällt sowas leicht. Mir fällt es schwer und es ärgert mich. So unheimlich schwierig kann das doch nicht sein. Ich werde mir etwas überlegen müssen um mich selbst zu überlisten und den Start hier zu schaffen. Vielleicht fällt mir morgen etwas ein.

Nachdem ich das Gespräch mit meiner Chefin und das Abendessen mit meinem Bruder überlebt habe. Ich werde ihm das Hörbuch geben, dass mir unsere „gemeinsame“ Freundin ausgeliehen hat vor einigen Wochen. Soll er es ihr zurück geben. Ich werde sie wohl nicht wiedersehen. Dabei weiß ich noch nicht einmal ob das gut ist oder schlecht. Es tut gut einen Schlussstrich zu ziehen und es fällt gleichzeitig auch unheimlich schwer. Aber es wird schon weiter gehen – vielleicht morgen oder danach.

1 Kommentar 15.2.10 22:53, kommentieren